BAUGRUNDVERSTÄRKUNG
Setzungen durch Wasserentzug

 

Wasser ist zum Bauen notwendig. Zu viel oder zu wenig Wasser im Baugrund kann aber zu Schäden führen.

Schrumpfsetzungen haben zu Rissen im Mauerwerk geführt
Schrumpfsetzungen haben zu Rissen im Mauerwerk geführt

 

 

Hier ist ein Anbau abgesackt, der 1995 auf Streifenfundamenten errichtet wurde und unterkellert ist. Im Jahr 2004 haben sich erste Risse zwischen Anbau und Wohnhaus gebildet. Die Risse weisen auf eine Verkippung hin. Nach einer ersten Sanierung der Risse traten diese jedoch erneut auf, so dass von anhaltenden Verformungen ausgegangen werden musste.

Die Analyse
Die Gründung erfolgte über Streifenfundamente, die ca. 0,80 – 1,20 m tief reichen, jedoch nur gering in den Baugrund einbinden. Laut vorliegendem Bodengutachten steht unter der Fundamentsohle eine sandige, tonige, kiesige, locker bis sehr locker gelagerte Auffüllung an. Diese reicht bis ca. 1,60 m  bzw. 2,00 m unter Gelände-Oberkante (GOK). Danach folgt bis zur Endteufe der Bohrungen schrumpfempfindlicher Ton.

 

Hier sind die Fassadenrisse gut zu sehen
Hier sind die Fassadenrisse gut zu sehen

 



Als Ursache für die Setzungen des Anbaus wird eine Kombination vermutet aus der Konsolidierung der lockeren, nicht verdichteten Auffüllung und einem Schrumpfen des Tonbodens infolge Wasserentzugs durch Bewuchs. Steht doch unmittelbar neben der an den Anbau grenzenden Terrasse eine große Weide.

Es wurde besprochen, mit Hilfe der DeepInjection®-Methode eventuell vorhanden Hohlräume unter den Fundamenten aufzufüllen, den Baugrund zu verstärken und einzelne Gebäudebereiche wieder in Richtung ihrer Ausgangslage, jedoch nur so weit, wie für das Bauwerk verträglich, anzuheben. Ferner wurde dem Bauherrn empfohlen, die Weide und weitere Büsche im Schadensbereich zu entfernen, um weitere Schäden an der Bausubstanz zu verhindern.

Vor Beginn der Risssanierung wurde eine Stützenkonstruktion in der Mitte der Giebelwand zum Altbau hin eingezogen. Diese gründet auf einem ca. 3,00 x 0,80 m großen Fundamentbalken. Im Zuge der Injektionsarbeiten sollte der Baugrund im Bereich des Fundamentbalkens verstärkt und damit Setzungen durch die geplante Auflast der Abfangkonstruktion zuverlässig verhindert werden.

 

Auch innen sind die Mauerwerksrisse zu erkennen
Auch innen sind die Mauerwerksrisse zu erkennen



Die Sanierung
Entlang der Streifenfundamente wurden im Abstand von ca. 0,80 m Bohrlöcher mit Ø 16 mm gesetzt. In diese Bohrlöcher wurden Injektionslanzen bis ca. 2,50 m unter GOK geführt. Durch die Lanzen wurde das URETEK-Expansionsharz in den Baugrund gepresst. Durch die Volumenvergrößerung der Harze und die dabei entstehende Expansionskraft wurde zunächst eine horizontale Verspannung im Baugrund bewirkt. Mit weiterer Verdichtung des Baugrundes wuchsen die Horizontalspannungen im Boden bis auf das Maß der vertikalen Auflast an. Im weiteren Verlauf der Injektionen kam es dann zu messbaren Hebungsreaktionen des Baukörpers. Dadurch wurden die Risse zwischen Anbau und Wohnhaus um bis zu 2,5 cm geschlossen. Die Grundleitungen der Regen- und Schmutzwasserentwässerungen im zu bearbeitenden Bereich mussten im Vorfeld erkundet und während der Injektionsarbeiten gegen Verstopfung durch die Expansionsharze geschützt werden.

So wurde die Sanierung in nur 2 Arbeitstagen vor Ort erledigt, ohne dass das Gebäudeumfeld (Terrasse, Gehweg) beschädigt bzw. anderweitig beeinträchtigt wurde.

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