ERSCHÜTTERUNGSREDUKTION

Unterspült und erschüttert

Es kommt bei Setzungen häufig vor, dass es nicht nur eine Schadensursache gibt. So war es auch in diesem Fall. Das besondere war aber hier ein nahezu gleichzeitiger „Angriff“ von zwei Seiten: einem maroden Kanalsystem und einer Hauptverkehrsstraße.

 

Durch Schwerverkehr ausgel� Ersch�ngen sorgten f�erwerksrisse
Durch Schwerverkehr ausgelöste Erschütterungen sorgten für Mauerwerksrisse

 

 

Es kommt bei Setzungen häufig vor, dass es nicht nur eine Schadensursache gibt. So war es auch in diesem Fall. Das besondere war aber hier ein nahezu gleichzeitiger „Angriff“ von zwei Seiten: einem maroden Kanalsystem und einer Hauptverkehrsstraße.

Ein 1933 erbautes Wohnhaus in einer westfälischen Kreisstadt wies erhebliche Schäden in Form von Rissen (bis zu 6 mm stark) im Mauerwerk auf. Folglich beauftragten die Eigentümer einen Baugrundgutachter mit dem Ziel, Aufschluss zu bekommen über
-    die Zusammensetzung und den Zustand des Baugrundes,
-    die Setzungsempfindlichkeit in Bezug auf mögliche Erschütterungsschwingungen,
-    mögliche Ausspülungen durch einen nahe verlaufenden Bach.

Durch Ersch�ngen ausgel� Risse im Mauerwerk
Durch Erschütterungen ausgelöste Risse im Mauerwerk

 

 

Der Baugrund in der Gründungsebene des auf einer Betonplatte mit Streifenfundamenten ruhenden Hauses besteht im wesentlichen aus gewachsenem Schluff von weicher Konsistenz. Dieser Boden wird als nicht besonders tragfähig angesehen, wobei erschwerend hinzu kommt, dass der Boden eine durchweg feuchte Konsistenz aufweist. Somit lag der Schluss nahe, dass es zu Ausspülungen durch ein Leck im direkt hinter dem Haus verlaufenden und verrohrten Bach gekommen sein könnte. Eine durchgeführte Kamerabefahrung zeigte, dass die Steinzeugrohre erheblich beschädigt waren. Dadurch kam es zu einem „Wegspülen“ des Baugrundes mit der Folge, dass Hohlräume entstanden und entsprechende Setzungen aufgetreten sind.

Das erklärte aber nicht die Risse auf der Vorderseite des Hauses. Hier geriet die sehr stark befahrene Hauptverkehrsstraße ins Visier, die parallel zum Grundstück verläuft. Die Gutachter vermuteten durchaus einen dynamischen Einfluss des Schwerlastverkehrs, der zu Erschütterungen des Gebäudes mit der Übertragung in den Baugrund führt. Spezielle Erschütterungsuntersuchungen bestätigten diese Vermutung.

Die Sanierung erfolgte dann in mehreren Schritten. Zunächst wurde seitens der Stadt das marode Kanalsystem erneuert, um weitere Ausspülungen zu vermeiden. Anschließend kam die DeepInjection®-Methode von URETEK zum Einsatz. Mit der Injektion des Expansionsharzes wurden vorhandene Hohlräume aufgefüllt, der Baugrund im Bereich der gesamten Bodenplatte verstärkt und der durchgehende Kraftschluss zwischen Fundamentsohle und Baugrund wieder hergestellt. Dabei konnten die abgesackten Bereiche bauwerksverträglich etwas angehoben werden.

 

Das Injektionsverfahren erfolgte durch Lanzen in den Baugrund
Das Injektionsverfahren erfolgte durch Lanzen in den Baugrund

 

Doch wie sollten die Erschütterungen durch den Verkehr abgemildert werden? Hierzu gibt es ein aktuelles Forschungsprojekt der RWTH Aachen mit URETEK, bei dem die Erschütterungsreduktion von Harzinjektionen untersucht wird. Das expandierende Harz wirkt dabei wie ein Isolierkörper, der wirksam die Auswirkungen der Erschütterungen reduziert. Dieses Verfahren wurde hier eingesetzt; entlang der Grundstücksgrenze zur Straße hin wurden Injektionen in eine Tiefe von ca. 3,50 m gesetzt. Während der Injektion wurden die Lanzen mit einem Ziehgerät langsam und gleichmäßig nach oben gezogen, um eine gleichmäßige Abschirmung zu erreichen.

 

Abschließend konnte dann der zufriedene Bauherr die „kosmetischen“ Reparaturen an der Hausfassade in Angriff nehmen.

 

 

 

 

 

  

 

 

 

 

Durch das Expansionsharz im Boden werden die Ersch�ngen absorbiert
Durch das Expansionsharz im Boden werden die Erschütterungen absorbiert

 





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