BODENVERBESSERUNG
Rettung für Dresdener Altar
Auf einmal hatte der Untergrund nachgegeben: Darauf deuteten zumindest die Wand- und Deckenrisse hinter dem barocken Hochaltar der Katholischen Hofkirche in Dresden hin. Um die Sehenswürdigkeit im historischen Stadtzentrum vor dem Absacken zu bewahren, verdichtete URETEK den Baugrund mit Hilfe von Kunstharzinjektionen.
An den Arkaden des Wandelgangs hinter dem Altar hatten sich Risse gebildet, die vermutlich auf Setzungen des Untergrunds zurückzuführen waren. Um die Gefährdungslage exakt abschätzen und der Ursache für die Senkungen auf den Grund gehen zu können, ließ das 0rtsansässige Architekturbüro Fischer Baugrunduntersuchungen durchführen. Dabei stellte man fest, dass unterhalb der Fußbodenbefestigung eine Auffüllung aus Sanden und Kiesen besteht, die locker bis mitteldicht gelagert sind. Ob dies jedoch den Auslöser für die Rissbildung darstellte, konnte das Gutachten nicht schlüssig beantworten.
Dennoch sollte der Altar, der eine Grundfläche von rund fünfzehn Quadratmetern und ein Gewicht von über sechzig Tonnen besitzt, an einer weiteren Absackung gehindert werden. Um die Bausubstanz nicht zu zerstören, kam dafür nur die Tiefeninjektionsmethode von URETEK in Frage. Bei diesem bauwerksverträglichen Verfahren wird ein expandierendes Kunstharz durch schmale Injektionslanzen in den Baugrund injiziert, das dort den Untergrund verdichtet und verstärkt und somit eine Bodenverbesserung hergestellt wird. Die besondere Herausforderung bei der Abwicklung dieses Projekts lag zum einen in der Tiefe der Auffüllungen, die verfestigt werden sollten: Hier hatte man es mit Dimensionen bis zu zehn Metern zu tun. Zum anderen durfte die Kirche während der Baumaßnahmen nicht geschlossen werden. Doch auch hierin liegt ein Vorteil der URETEK-Methode: Der laufende Betrieb wird nicht gestört, die Belästigung durch Schmutz oder Lärm ist minimal, der Arbeitsaufwand beschränkt sich auf wenige Tage.
Um weitere Beschädigungen der umlaufenden historischen Fliesen zu vermeiden, wünschte der Bauherr keine Anhebung des Altars. Theoretisch wäre aber auch das mit der URETEK-Methode möglich gewesen. So setzte man die Injektionsstellen in der Wand hinter dem Altar und verputzte diese anschließend. Der Fliesenbelag blieb dabei gänzlich unversehrt.
















