BAUGRUNDVERSTÄRKUNG

Für Hoffenheim den Boden bereitet

 

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Das denkmalgeschützte Gebäude benötigte eine Baugrundverbesserung

 

 

Der Aufstieg von 1899 Hoffenheim ist ebenso atemberaubend wie rasant. Die neuen Dimensionen, in die man gestoßen ist, führen dazu, dass zurzeit nicht nur ein neues Stadion gebaut, sondern auch ein Trainingsgelände geschaffen wird. Doch dafür musste zunächst der Boden bereitet werden.

 

Das Schloss Seehälde in Zuzenhausen soll das Herzstück des neuen Trainingszentrums werden. Das Hauptgebäude aus dem 18. Jht. ist ein dreistöckiger barocker Putzbau mit zwei turmartigen Seitenelementen und mächtigem Walmdach. Für die Umnutzung wird es umfassend saniert, dabei soll das bestehende Gebäude weitgehend erhalten bleiben. Hier ist später der Sitz der Geschäftsstelle vorgesehen.

Vor Beginn der geplanten Sanierung wurde die Töniges GmbH mit der Überprüfung der Baugrundverhältnisse und der Grundwassersituation beauftragt. Aus dem ingenieurgeologischen Baugrundgutachten hat sich ergeben, dass die Rückseite des Gebäudes nahezu setzungsfrei in den Felsgesteinen des Gipskeupers gründet. Im Bereich der Vorderseite dagegen stehen als direkte Gründungsböden überwiegend setzungsempfindliche Auelehme und Schwemmlöße mit steifer Konsistenz an.

 

Es hatten sich �ie Jahre Setzungsrisse gebildet
Es hatten sich über die Jahre Setzungsrisse gebildet

 

 

 

Desweiteren wurden zahlreiche vertikale Risse im Bereich der Fensteröffnungen in der südlichen (hofseitigen) Außenwand festgestellt. Diese laufen vom Erdgeschoss bis in den oberen Fries an der Dachrinne durch. Die meisten dieser Risse sind wohl typisch für einen ca. 240 Jahre alten Mauerwerksbau mit Holzbalkendecken und fehlenden Längsaussteifungen (Verschlauderungen) in jeder Deckenebene. Allerdings war auffällig, dass die beiden Friese zwischen dem linken Teil des Gebäudes und dem linken Türmchen nicht ganz horizontal verlaufen, sondern einem leichten Bogen nach unten folgen. Links neben den Fenstern des linken Türmchens zeigt sich dann auch der stärkste Vertikalriss.

 

Die Empfehlung des Baugrundgutachters: Um weiteren Setzungsdifferenzen und somit Gebäudeschäden vorzubeugen, soll der Baugrund im Bereich der Vorderseite (Gründung im Bereich Auenlehme / Schwemmlösse) verbessert und stabilisiert werden. Dafür kommen zum einen Tiefeninjektionen mit „quellfähigem Material“, also z.B. die URETEK-Methode, in Betracht. Zum anderen lässt sich derselbe Effekt auch mittels Düsenstrahl- oder HDI-Verfahren erreichen. Die Entscheidung fiel schließlich auf die URETEK-Methode, da mit diesem Verfahren am schnellsten die Baugrundverbesserung zu erreichen war. Schließlich waren die Arbeiten am Nebengebäude schon weit fortgeschritten.

 

Das Injektionsverfahren: Expansionsharz zur Baugrundverbesserung
Das Injektionsverfahren: Expansionsharz zur Baugrundverbesserung

 

 

 

So wurden an insgesamt nur 8 Arbeitstagen durch die Injektion des Zweikomponenten-Expansionsharzes ca. 55 lfm Felssteinfundamenten „behandelt“. Dabei ist der Baugrund in 3 Ebenen bis -4 m unter GOK bis zu einer minimalen Hebungsreaktion der Fundamente (ca. 0,5 mm je Injektionsebene) verstärkt worden.

In der Beschaulichkeit des Seebachtales, ohne Lärmstress von Autobahn und Bahn, können sich dann bald die Profikicker von 1899 Hoffenheim in aller Ruhe und Abgeschiedenheit auf große sportliche Ziele vorbereiten.

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