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Wozu dienen Baugrund­untersuchungen?

Es wird manchmal die Frage gestellt, warum Bodenuntersuchungen überhaupt notwendig sind als Voraussetzung für eine Gründungssanierung, wenn doch sowieso schon alles klar ist. Die Setzungsrisse geben deutlich an, wo’s runtergeht, wo man also verbessern oder sogar anheben muss. Von unserem Experten Dipl.-Ing. Michael Soretz, welcher mehr als 30 Jahre Erfahrung als Sachverständiger für Baugründungen hat, erfahren Sie hier, wozu man die Bodenuntersuchungen benötigt.

Nun, ein wesentlicher Bestandteil der Sanierung einer Gründung ist das Erkennen der Schadensursache und das sichere Verhindern weiteren Einwirkens eben dieser Ursache. Und die ist nicht notwendig allein aus den Symptomen erkennbar. Eine klare Aussage ergibt sich oft erst aus dem Auswerten der Schadensbilder in Kombination mit den Ergebnissen der Bodenuntersuchungen. Außerdem ist es für die notwendigen Baugrundverbesserungsarbeiten selbst wichtig zu wissen, wie der Boden aufgebaut ist, wo die zu verbessernden oder zu ersetzenden Bodenschichten liegen und woraus sie bestehen. Auch in welcher Tiefe gegebenenfalls das Grundwasser steht, ist eine wichtige Angabe. Deshalb sind die Ergebnisse der Bodenuntersuchung als Voraussetzung für eine Gründungssanierung zu fordern.

Ein Mann führt eine Baugrunduntersuchung durch
Eine klares Bild ergibt sich oft erst aus dem Auswerten der Schadensbilder in Kombination mit den Ergebnissen der Bodenuntersuchungen
Die Baugrunderkundungen werden in einfachen Fällen, wenn nicht tief gebohrt werden muss, als Kleinrammbohrungen ausgeführt. Diese Erkundungen sind auch unter beengten Verhältnissen möglich (Bild 1). Bild 2 zeigt Sand in der Bohrschappe, dem Bohrwerkzeug. Selbst die feinen Schluffbänder im Sand sind gut erkennbar, auch wenn sie an den Wandungen mitgeschleppt wurden. Einen Vergleichsmaßstab gibt die mm-Teilung des Maßstabes am Rand der Schappe.

Selbst in aufgefüllten Böden ist ein gutes Ergebnis zu erzielen (Bild 3). Auch Bodenproben für weitere Untersuchungen im Labor sind aus solchen einfachen Bohrungen zu gewinnen, um damit die Korngrößenverteilung zu ermitteln oder auch den Wassergehalt oder den Glühverlust zur Bestimmung organischer Böden, wie es als Untersuchungsumfang wohl für einfache Fälle ausreicht. Für nichtbindige, aufgefüllte Böden oder Sande sind Rammsondierungen ein weiterer guter Aufschluss, um die Lagerungsdichte dieser Böden zu erkennen.

Für jede Bodenart werden die Ergebnisse unterschiedlicher bodenmechanischer Versuche benötigt. Die Analyse der festgestellten Schäden kann dann an Hand der Versuchsergebnisse erfolgen. Sie sollte, ebenso wie Hinweise auf geeignete Sanierungsverfahren, im Gutachten des Geotechnikers enthalten sein. Nicht in allen Fällen wird dies möglich sein. Dann sollten jedoch die Analyse und die geeigneten Sanierungsverfahren fachübergreifend von den am Projekt Beteiligten und jedenfalls unter Einschluss des Geotechnikers erarbeitet werden.

Haben Sie ein Projekt mit Setzungs- oder Tragfähigkeitsproblematik und unbekannten Bodenverhältnissen? Gerne empfehlen wir Ihnen kompetente Geotechniker zur Baugrunduntersuchung in Ihrer Nähe. Rufen Sie uns kostenlos an: Tel. 0800-3773250.

Dipl.-Ing. Michael Soretz, ELH Ingenieure, Hannover

Gute Ergebnisse können auch in aufgefüllten Böden erzielt werden
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