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Anhebung der abgesackten Landstrasse L 187 in Bad Dürrenberg

Objekt
Straße
Umfang/Dauer
ca. 40 m² Fahrbahnfläche, 5 Arbeitstage
Einsatzort
06231Bad Dürrenberg

Landstraße mit nicht tragfähigen Bodenverhältnissen

Risse im Asphalt und teilweise Fahrbahnabsenkungen alarmierten die Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt. Nach Baugrunduntersuchungen wurde das betroffene Teilstück der Landstraße 187 umgehend halbseitig gesperrt. Eine mögliche Gefährdung des laufenden Verkehrs sollte unbedingt verhindert werden. URETEK schaffte das Problem schnell aus der Welt.

Es kommen oft eine ganze Reihe von Ursachen zusammen, wenn es zu einem Schadensbild gekommen ist. Nicht anders war es auch im Falle eines viel befahrenen Teilstücks der L 187 in Bad Dürrenberg. Die zuständige Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt, Regionalbereich Süd, beauftragte das Baugrundbüro Klein aus Halle mit der Erkundung der Schichtenfolge in dem durch Risse und Absenkungen der Fahrbahn betroffenen Bereich.

Ungünstige Bodenverhältnisse führten zu Straßenschäden

Hierbei wurden sehr ungünstige Bodenverhältnisse angetroffen: die Ergebnisse einer Sieb-Schlämm-Analyse und die Bestimmung der Konsistenzgrenzen ergaben eine Zusammensetzung des Bodens aus Aschen mit Bauschutt und kohligen Anteilen. Die ermittelte Konsistenz im Hauptschadensbereich ist flüssig bis breiig und der Boden in der direkten Umgebung ist als breiig bis weichplastisch einzuschätzen. Als Hauptursache für die Fahrbahnabsenkungen ist die geringe Tragfähigkeit der technogenen Auffüllungen im Schadensbereich und seinem Umfeld anzusehen. Außerdem kommen tragfähigkeitsmindernde Ursachen hinzu. Dazu zählen möglicherweise:

  • eine punktuelle Wasserzufuhr über undichte Rohrleitungssysteme oder vorhandene Dränagesysteme
  • nicht fachgerecht errichtete Bettungen/Hinterfüllungen von Rohrleitungen
  • ein nicht fachgerecht errichteter Straßenunter- und -oberbau.

Im Schadensbereich ist bei fortgesetzte Nutzung mit einem Versagen des Baugrunds und Weiteren erheblichen Schäden am Straßenbauwerk und an den in der Straße verlegten Leitungen zu rechnen. Weiterhin ist von einer fortschreitenden Ausdehnung des Schadensbereichs auszugehen. Hinsichtlich der Gefährdung der öffentlichen Sicherheit wurde – aus baugrundtechnischer Sicht – der Handlungsbedarf als äußerst dringend eingeschätzt.

Auswahl des Sanierungsverfahrens

Am Standort konnte eine grundhafte Sanierung mit Bodenaushub/-austausch oder eine Sanierung mittels Injektions-/Verpressverfahren durchgeführt werden. Eine grundhafte Sanierung/Erneuerung war zwar technisch möglich, kam aber aus wirtschaftlicher Sicht kaum in Betracht. Es wären aufgrund der vorhandenen, fließfähigen Böden sehr aufwendige Sicherungs- und Verbaumaßnahmen für einen Bodenaustausch erforderlich gewesen. Zudem müssten im Untergrund liegende Leitungen und Rohrleitungssysteme ggf. vollständig neu verlegt und die Salinenstraße vollständig über einen längeren Zeitraum für den Verkehr gesperrt werden.

Blieben also noch Injektions-/Verpressverfahren: zum Schutz vorhandener Dränage- und Rohrleitungen und um ein unkontrolliertes Ausweichen des Injektionsmittels in den fließfähigen Baugrund zu verhindern, empfahl Dipl.-Ing. (FH) Ingo Korthals , Technische Berater bei URETEK, aufgrund der besonderen Anforderungen hier die HybridInjection-Methode. Dabei wird das URETEK-Expansionsharz gezielt in vordimensionierte Geotextilien injiziert. Diese dehnen sich zu einem säulenartigen Körper aus (Ø 33 cm), wodurch der Boden unter der Fahrbahn verdichtet wird; dazu wird die Tragfähigkeit in Kombination mit dem umgebenden Boden gesteigert.

5 Arbeitstage für Bodenverbesserung

Der zu sanierende Schadensbereich besaß eine Grundfläche von ca. 10 x 4 Metern, wobei die Geotextilien bis auf eine Tiefe von ca. 6 m eingebaut wurden. Zudem wurden weitere Injektionen des Expansionsharzes zum Auffüllen von Hohlräumen, zur Wiederherstellung des Kraftschlusses zwischen der Fahrbahn und dem tragfähigen Baugrund sowie zur partiellen Anhebung der Fahrbahn durchgeführt. Nach nur 5 Arbeitstagen waren die Injektionsarbeiten von URETEK beendet. Danach wurde die Fahrbahndecke neu asphaltiert.

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