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Baugrund­stabilisierung und Anhebung eines Rohbaus in Hannover

Umfang/Dauer
ca. 118 m² Bodenplatte, 2 Arbeitstage
Einsatzort
30455Hannover

Schieflage mit Hilfe von Injektionsverfahren beseitigt

Hochwasser kommt manchmal schneller als man denkt. Das passiert nicht nur an gefährdeten Flusslagen, sondern auch auf ungesicherten Baustellen. In Hannover schwamm ein Starkregen einen gerade fertig gestellten Keller in der Baugrube auf. Nach Ablaufen des Wassers stellte sich dieser schief.

Das kurze Starkregenereignis reichte aus, um den gerade fertig gestellten Keller innerhalb der Baugrube aufzuschwemmen. Das Haus ist abgesackt und geriet in Schrägstellung. Bei Schadensbegutachtung ergab das Nivellement, dass sich die 25 cm dicke und zweilagig mit Baustahlmatten Q335 bewehrte Bodenplatte um rund sieben Zentimeter geneigt hatte. Somit war ein Weiterbauen unmöglich. Eine Hohlraumauffüllung und Bauwerksanhebung mittels Injektionsverfahren ist nötig.

Starkregen verursacht Hohlräume im Baugrund

Das Eindringen des Wassers in die Baugrube verursachte Hohlräume unter der Bodenplatte. Um diese Hohlräume zu verfüllen und den verkippten Keller ins Lot zu bringen, entschied sich der Bauherr für die FloorLift-Methode, ein Injektionsverfahren von URETEK. Die Injektion expandierender Harze in den Baugrund würde gewährleisten, dass die Bodenplatte wieder überall vollflächig und kraftschlüssig auf dem Untergrund aufliegt. Die abzuführenden Lasten können nach der Baugrundverbesserung keinen erneuten Schaden in der Flächengründung provozieren.

Der Planung des Wohnhauses war eine Baugrunduntersuchung vorausgegangen. Die verwitterte Tonschicht unter dem Geschiebemergel bringt jahreszeitlich auftretendes Wasser im Baugrund mit sich. Dieses könnte als drückendes Schicht- oder Stauwasser auf die Kellerwände einwirken. Der aus Fertigteilelementen bestehende Keller wurde durch Flächengründung für den Lastfall »drückendes Wasser« konzipiert und entsprechend abgedichtet. Der Rohbaukeller lag aber somit wie ein trocken gelegtes Boot in der Baugrube. Trotz der „Verankerung“ über die Sohlplatte mit dem Baugrund kann der Keller aufschwemmen. Dafür muss sich nur genug Wasser zwischen Kellerwand und Erdreich ansammeln, unter die Bodenplatte dringen und dort durch Ausspülungen Hohlräume erzeugen. Das war mit dem Starkregen dann auch geschehen, und das Haus ist abgesackt.

Expansionsharz füllt Hohlräume im Baugrund wieder auf

Die Spezialisten von URETEK empfahlen dem Bauherren das Zweikomponenten-Expansionsharz im Rahmen des Injektionsverfahren flüssig und unter kontrolliertem Druck über Bohrlöcher (ø 12 mm, Abstand 1,2 bis 1,5 m) unter die Sohlplatte in den Untergrund zu pressen. Beim Verpressvorgang bewirkt die Volumenvergrößerung der Harze (Polymerisation) eine Expansionskraft von bis zu 2.000 kN/m2. Hierdurch werden vorhandene Hohlräume verfüllt und die Baugrundverstärkung vollzogen. Liegt die Sohlplatte wieder vollflächig und kraftschlüssig auf dem Untergrund wird der Keller durch gezielte Materialzugabe schrittweise wieder auf ein einheitliches Niveau angehoben. Durch die kurze Reaktionszeit der Harze kann die Baugrundverstärkung und Anhebung genau kontrolliert und gesteuert werden. Nivellierlaser ermöglichen eine millimetergenaue Überwachung des Injektionsverfahrens. Bereits stabilisierte Bereiche können schon 15 Minuten nach der letzten Injektion wieder voll belastet werden.

Der konstruktive Sanierungsvorschlag mittels Injektionsverfahren des Technischen Beraters Jens Gnauck von URETEK überzeugte. Es dauerte nicht lange, bis der URETEK LKW mit kompletter Maschinen- und Werkzeugausrüstung sowie einem 60 kW Diesel-Stromerzeuger an der Baustelle zur Baugrundverbesserung eintraf. Binnen zwei Tagen waren die Bohrlöcher gesetzt, die Injektionslanzen eingebaut und das Injektionsverfahren durchgeführt. Gar so, als hätte es das Starkregenereignis nebst folgenschwerer Hausabsackung nie gegeben. Die Maurer machten sich am folgenden Tag auf der besenrein übergebenen Baustelle an die Arbeit, um das Oberdeck des nun wieder fest verankerten Wohnhauses fertigzustellen.