Baugrundverstärkung für Kanalstollen in Bonn-Beuel

Unterstützung für die Bonner „Unterwelt”

Die Erneuerung eines bestehenden Abwasserkanals unterhalb einer Straßenbahntrasse kofrontierte das Bonner Tiefbauamt mit schwierigen Baugrundverhältnissen. Durch den geplanten unterirdischen Vortrieb bestand die Gefahr von Nachsackungen. Die schließlich gefundene Lösung hatte noch einen angenehmen Nebeneffekt für die Anwohner.

In einer Tiefe von 2,20 bis 2,50 Meter unter GOK sollte unter den Gleisen ein Stollen im bergmännischen Vortrieb gegraben und in diesem der neue Kanal verlegt werden. Da der Baugrund in diesem Bereich aus locker gelagerten Auffüllungen besteht, wurde befürchtet, dass es zu Einbrüchen und unkontrolliertem Baugrundzufluss an der Ortsbrust kommen könnte. Dadurch würden über dem Stollen Hohlräume entstehen, was zum Nachsacken der gesamten Auffüllung und damit zu Schäden an der Oberflächenbefestigung und den Gleisen der Straßenbahn führen könnte.

Baugrundverstärkung mit Injektionstechnik

So wurde zusammen mit dem Bodengutachter GBU Geologie-, Bau- & Umweltconsult aus Alfter überlegt, wie der Baugrund zwischen dem bestehenden Kanal und der Straße mit den Gleisen verfestigt werden könnte. Dabei stieß man auf die DeepInjection®-Methode von URETEK. Es wurde besprochen, eventuell vorhandene Hohlräume unter der Gleisanlage im Bereich des Vortriebs aufzufüllen, den Baugrund zu verstärken/verkleben, sodass es nicht zu Einbrüchen während der Bauarbeiten kommt. Besonders zu beachten war, dass die Vielzahl von Grundleitungen der Regen- und Schmutzwasserentwässerungen sowie Gasleitungen im zu bearbeitenden Bereich nicht geschützt werden konnten. So mussten bei den Bohrungen für die Injektionslanzen alle verfügbaren Pläne beobachtet werden. Die Bohrlöcher mit einem Durchmesser von 16 Millimeter wurden raster- und rautenförmig von oben gesetzt.

Erschütterungsreduktion durch URETEK-Expansionsharz

Mit Hilfe der Injektionslanzen wurde das Expansionsharz flüssig und unter kontrolliertem Druck circa zwei Meter unter Geländeoberkante in den Baugrund gepresst. Während der Injektion wurde die Lanze mit einem Ziehgerät langsam und gleichmäßig nach oben gezogen. Infolge der Volumenvergrößerung der Harze und der dabei entstehenden Expansionskraft wurden vorhandene Hohlräume aufgefüllt und der Untergrund verdichtet. Die millimetergenaue Überwachung durch Nivellierlaser während der Injektionsarbeiten und die schnelle Reaktionszeit des Harzes ermöglichten, dass der ganze Prozess genau kontrolliert und gesteuert werden konnte. Mit Hilfe des am Bauteil befestigten Laserempfängers wurde jede Ausweichbewegung der Baukonstruktion und der Umgebung registriert und erbrachte damit den Nachweis für den Zuwachs der Untergrundtragfähigkeit unter der zu diesem Zeitpunkt herrschenden Belastung. Als angenehmer Nebeneffekt für die vielen Anwohner ergab sich eine deutliche Reduzierung der Erschütterungen durch den Straßenbahnverkehr.

cache is set: 0.04701