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Baugrundverstärkung und Fundamentstabilisierung für historisches Bauwerk in Lutherstadt Wittenberg

Objekt
Denkmal
Umfang/Dauer
ca. 30 lfm Fundament, 3 Tage
Einsatzort
06886Lutherstadt Wittenberg

Risse im Mauerwerk fordern Tiefinjektion an der Stätte der Reformation

Setzrisse bedrohten das geschichtsträchtige Garnisonsgebäude in der Lutherstadt Wittenberg. Die Risse im Mauerwerk entstanden durch die eingeschränkte Tragfähigkeit des Untergrunds – so das Baugrundgutachten. Teile des historischen Gebäudes gründen auf einem verfüllten Wassergraben. Dies führte zur Setzung und der Rissbildung in den Wänden. Zur Rettung des altehrwürdigen Hauses kam die bewährte DeepInjection-Methode zum Einsatz. Mit dem Expansionsharz wurden alle Hohlräume im Baugrund zeit- und kostensparend verfüllt. So schaffte man eine sichere Ausgangsbasis für die umfassende Sanierung des Denkmals.

Das ehemalige Exerzierhaus aus dem Jahr 1883 ist ein bedeutendes historisches Zeugnis. Denn Wittenberg war nicht nur Kulturmetropole: Als letztes Bauwerk verweist der imposante neugotische Bau auf Wittenbergs strategische Bedeutung als Garnisonsstadt. Zuletzt wurde der langestreckte Ziegelbau als Reithalle genutzt. Dann wurde es dem Verfall und den Rissen im Mauerwerk preisgegeben. Nun wird es im Rahmen der Internationalen Bauausstellung (IBA) Stadtumbau Sachsen-Anhalt 2010 funktional und ästhetisch aufgewertet. Eine öffentlich zugängliche Cranachgalerie soll die ehemalige Reithalle sein. Setzrisse an der Ziegelfassade sollen instandgesetzt werden. Aber auch innen wird das Gebäude saniert. Zudem ist ein nicht unterkellerter Anbau am Westgiebel geplant.

Der Ursache für Risse im Mauerwerk auf den Grund gegangen

Deutlich sichtbar waren die Setzrisse bei der Bestandsaufnahme vor der Sanierung. Vor allem an den Außenwänden im westlichen Gebäudeteil waren massive Risse im Mauerwerk zu erkennen.

Die durchgeführte Baugrunduntersuchung förderte schnell die Ursache der Setzungsrisse ans Licht: Ein nicht ausreichend tragfähiger Baugrund. Die Rissbildung in den Ziegelmauern rührte von einem mit Sand verfüllten alten Wassergraben her – Teil der einstigen Stadtbefestigungsanlage. Darauf ruhen weite Teile der Fundamente.

Der betroffene Baugrund unterhalb einer Mutterbodenschicht enthält bis in eine Tiefe von 3,80 m: Sand, organische Anteile (verbranntes Holz, Wurzeln) und Bauschutt. Dies ergaben die vier Rammkernbohrungen und –sondierungen sowie ein Schurf.

Der kleine organische Anteil im Baugrund beeinträchtigt die Tragfähigkeit des Bodens gemäß Baugrundgutachten kaum. Weitere Risse im Mauerwerk durch unvorhersehbare Setzungen der Außenwände sind aber nicht ausgeschlossen.

Mit  Baugrundverstärkung bedrohlichen Setzrissen entgegengewirkt

Um weitere Setzungsrisse zu verhindern war eine langzeitstabile Baugrundverstärkung gefragt. Die URETEK-DeepInjection-Methode bot sich zur Auffüllung der Hohlräume in der heterogenen Wassergrabenverfüllung an. Dadurch sollte auch die Tragfähigkeit des Baugrundes und der Kraftschluss zwischen Baugrund und aufgehender Konstruktion wiederhergestellt werden. Von der Innenseite des Mauerwerks wurden Bohrlöcher in den Baugrund gelegt. Durch diese Bohrlöcher wurden die Injektionslanzen eingebracht. Hierdurch wurde das Zweikomponenten-Expansionsharz unter kontrolliertem Druck in den Baugrund injiziert. Weitere Risse im Mauerwerk haben keine Chance.

Expansionsharze sichern denkmalgeschütztes Gebäude

Bei der Volumenvergrößerung der Harze (Polymerisation) entstehen Expansionskräfte. Dadurch wachsen die Horizontalspannungen im Baugrund langsam an, bis das Maß der vertikalen Auflast erreicht ist. Am Garnisonsgebäude waren digitale Messempfänger angebracht. Darüber konnte die Hebungsreaktion der abgesackten Gebäudeteile millimetergenau verfolgt werden. Der Nachweis für den Zuwachs der Untergrundtragfähigkeit war somit erbracht. Das denkmalgeschützte Gebäude war vor weiteren Setzrissen bewahrt. Und das alles erreichten die URETEK-Spezialisten in nur drei Arbeitstagen.

Fazit:

Die URETEK-DeepInjection-Methode bietet eine sichere und praxisbewährte Lösung. Risse im Mauerwerk bzw. baugrundbedingte Stabilitäts- und Setzungsprobleme sind dank URETEK Geschichte. Ganz im Gegensatz zur Bausubstanz historischer Gebäude. Durch die bauwerksverträgliche Absicherung laden sie sich weiterhin geschichtsträchtig auf. Die schnelle Umsetzung und die geringe Störung an der Oberfläche durch die URETEK-DeepInjection-Methode überzeugten die Bauherren.