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Fundamentertüchtigung eines Mehrfamilienhauses in Heidelberg

Umfang/Dauer
ca. 13 lfm Giebelwand + ca. 5 lfm zulaufende Wände, ca. 3 Tage
Einsatzort
69115Heidelberg

Unterfangung führt zu Setzungen

Eigentlich war es ein ganz normaler Vorgang: Für den Neubau eines unterkellerten Wohn- und Geschäftshauses wurde die Baugrube bis unter die Gründungssohle des benachbarten Mehrfamilienhauses ausgehoben. Bei der Unterfangung des Bestandsgebäudes kam es aber zu Setzungen im Zentimeterbereich. Die Bauarbeiten stoppten, bis ein Ingenieurbüro das URETEK-Verfahren ins Spiel brachte.

Wer sein Haus auf Sand baut, wurde bereits in der Bibel als töricht bezeichnet (vgl. Matthäus 7, 26-27). Mit dem vorliegenden Fall hat das insofern zu tun, als der anstehende Baugrund unter dem Bestandsgebäude sowie dem geplanten Neubau in Heidelberg überwiegend aus (schluffigen) Feinsanden besteht. Die Gründung des Bestandsgebäudes erfolgte gemäß Plänen auf Streifenfundamenten aus gemauertem Sandstein, die ca. 30 – 40 cm tief unter Kellerfußboden einbinden. Die Unterfangung entlang der Giebelwand wurde in zwei Betonierabschnitten bis ca. 2,00 m unter Bestandsfundamentsohle durchgeführt.

Neubau führt zur Setzung des Nachbargebäudes

Im Zuge der Arbeiten kam es zu Setzungen der Giebelwand sowie der zulaufenden Wände um mehrere Zentimeter mit einer Kippbewegung in Richtung Baugrube. Zur Vermeidung weiterer Setzungsschäden wurde aus fachtechnischer Sicht die Ausführung einer Fundamentertüchtigung bzw. eine Baugrundverbesserung im Bereich des Giebelfundaments empfohlen. Dazu kamen folgende Verfahren in Betracht:

  1. Unterfangung mit Düsenstrahlverfahren
  2. Fundamentabfangung mit Kleinbohrverpresspfählen und Streichbalken
  3. Fundamentertüchtigung mit Presspfählen
  4. Fundamentertüchtigung mit Expansionsharz

Entscheidung fiel auf Expansionsharz

Im Hinblick auf die Schonung der Bausubstanz, die Kosten, die Zeitdauer der Maßnahme und die Möglichkeit der Reduktion der Schiefstellungen entschieden sich die Bauherren für die Injektion von Expansionsharzen mit dem URETEK-Verfahren. Zuvor wurde eine Magerbetonschicht im Bereich der Baugrube eingebracht. Anschließend wurden durch Tiefeninjektionen unter die Sohle des Unterfangungskörpers sowie unter die Fundamentsohle (tragende Innenwände Bestand) evtl. vorhandene Hohlräume aufgefüllt und der Baugrund bis zur Anhebungsreaktion aufgehender Wände im Millimeterbereich verstärkt. Die Injektionen wurden dabei bis zu ca. 2,00 m unter die Sohle des  Unterfangungskörpers geführt. Ein Lasermonitoring wurde zur Kontrolle der Injektionen eingerichtet; Setzungsmessungen wurden dann auch beim weiteren Bau des Gebäudes fortgesetzt.

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