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Fundamentverstärkung in Werkshalle bei VW in Wolfsburg

Umfang/Dauer
ca. 2.200 ² Betonboden, 10 Arbeitstage
Einsatzort
38446Wolfsburg

Neue Kranbahnanlage fordert starken Baugrund

Bei VW in Wolfsburg sollte eine neue Krananlage in einer Halle installiert werden. Doch der Boden war nicht ausreichend verdichtet. Die Lösung: Fundamentverstärkung durch URETEK.

Die Volkswagen AG plant im Werk Wolfsburg in einer Halle den Einbau einer zusätzlichen Halbportalkrananlage. Die Länge des Baufeldes beträgt ca. 220 m. Es ist geplant, einen Halbportalkran zu erstellen, dessen eine Schiene auf den vorhandenen Pfeilern der Halle aufliegt. Die zweite Schiene soll ebenerdig auf der Bodenplatte verlegt und in den Estrich eingelassen werden. Für die Erkundung der Tragfähigkeit der Bodenplatte und des unterlagernden Bodens ist eine Bodenuntersuchung durchgeführt worden.

Baugrund hält neuer Kranbahnanlage nicht stand

Die Gesamtstärke der Fußbodenkonstruktion wurde mittels Bohrkernen in unterschiedlichen Dicken, zwischen 0,37 und 0,66 m, bestimmt. Im Zuge der Baugrunduntersuchungen wurde festgestellt, dass bis in eine Tiefe von 2,40 m aufgefüllter Boden ansteht, bestehend aus schwach schluffigen, teils grobsandigen Mittelsanden. Lokal ist die Auffüllung mit Bauschuttresten durchmischt. Die Lagerungsdichte wird als „locker“, in tieferen Lagen auch „mitteldicht“ angegeben. Bis zur Endteufe der Sondierungen bei 7,00 m unter Oberkante Fußboden lagern eng gestufte Mittel- bis Feinsande mit teils organischen und schluffigen Anteilen. Die Lagerungsdichte wird als „mitteldicht“, mit zunehmender Tiefe als „dicht“ angegeben. Um schädliche Setzungen infolge der Belastung mit der neuen Kranbahn zu verhindern, sollte gemäß der Empfehlung des Bodengutachters nach einer Möglichkeit gesucht werden, den aufgefüllten Boden zu verdichten.

Tiefeninjektionsmethode kommt zum Einsatz

Zunächst wurde eine Tiefgründung auf Mikropfählen in Erwägung gezogen. Als Alternative kam aber auch die Tiefeninjektions-Methode von URETEK in Betracht. Dabei wird ein Zweikomponenten-Expansionsharz unter kontrolliertem Druck in den Baugrund gepresst. Durch die Volumenvergrößerung der Harze und die dabei entstehende Expansionskraft wird der Baugrund verstärkt und so Setzungen durch den zukünftigen Betrieb der Krananlage entgegen gewirkt. Die Auftraggeber entschieden sich nach eingehender Prüfung für die Tiefeninjektions-Methode. Ausschlaggebend dafür waren insbesondere die vergleichsweise kurze Ausführungszeit und die sofortige Belastbarkeit der behandelten Fläche. Ein weiteres wichtiges Argument war nicht zuletzt auch der weitestgehend zerstörungs- und verschmutzungsfreie Einsatz dieser Technik.

Sanierung wurde nach 10 Arbeitstagen abgeschlossen

Die Injektionsarbeiten wurden an den Wochentagen von Montag bis Freitag, in der Zeit zwischen 22.00 Uhr und 06.00 Uhr durchgeführt. Für das Einbringen der Injektionslanzen wurde zuerst durch den Hallenfußboden und anschließend bis in die erforderliche Tiefe von 2,50 m unter OK Hallenfußboden gebohrt. Die Injektionspunkte wurden über die gesamte Länge der Kranbahn von 224 m in Abständen von 1,00 m angelegt. Die Einfahrt mit dem LKW, auf dem sich die gesamte Baustelleneinrichtung befindet, in die Halle war aufgrund der örtlichen Verhältnisse nicht möglich. Es mussten daher die auf dem LKW befindlichen mobilen Gerätschaften abgeladen und per Gabelstapler an den jeweiligen Bestimmungsort gebracht werden. Während der Injektionsarbeiten wurde die Oberfläche des Hallenfußbodens mit Hilfe eines Rotationslasers und digitalen Messempfängern, die miteinander im ständigen Kontakt standen, beobachtet. Vor, während und nach den Injektionsarbeiten wurde der parallel neben der Kranbahn verlaufende Regenwasserkanal mit einer Kamera beobachtet. In Teilbereichen über undichte Stellen in den Kanal eingedrungenes Harz wurde anschließend durch Fräsen entfernt. Die erreichten Hebungsreaktionen im Bereich von 1 mm zeigten, dass die gewünschte Verdichtung bzw. Stabilisierung des aufgefüllten Bodens bis zu dem der Auflast entsprechenden und möglichen Maß erreicht wurde. Nach den Injektionen wurden im Zuge der Qualitätssicherung weitere Rammsondierungen zur Überprüfung der Lagerungsdichte der aufgefüllten Bodenschichten durchgeführt. Aus den Ergebnissen ist eine Verbesserung der Lagerungsdichte von locker auf mitteldicht, in einigen Tiefenbereichen bis dicht, deutlich zu erkennen. Die Injektionsarbeiten konnten in dem geplanten Zeitraum (10 Arbeitstage) durchgeführt und abgeschlossen werden. Die Kranbahnkonstruktion konnte nach der abgeschlossenen Boden verdichtung, wie geplant, gebaut und in Betrieb genommen werden.

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