Jetzt informieren:

Gebäudeanhebung und -stabilisierung in Bordesholm

Ausgangssituation
Schiefstellung
Auftraggeber
Privat
Umfang/Dauer
80m² Fläche, 5 Arbeitstage
Einsatzort
24582Bordesholm

Haus aus Schieflage befreit

Der Traum vom eigenen Haus geriet für eine Familie in Bordesholm in Schieflage, als sich bereits ein Jahr nach Fertigstellung das Einfamilienhaus um 13 Zentimeter gesetzt hatte. Nach 14 Jahren, und inzwischen bei einer Setzungsdifferenz von 26,4 Zentimetern angekommen, gelang es mit der FloorLift®-Methode von URETEK in Kombination mit Elementpfählen, das Haus wieder ins Lot zu bringen.

Das Einfamilienhaus in Bordesholm bei Kiel in Schleswig-Holstein ist als nicht unterkellertes Gebäude in Massivbauweise mit Satteldach erbaut worden. Die Wände des Hauses aus zweischaligem Mauerwerk mit rotem Backsteinklinker gründen auf einer 20 Zentimeter dicken und mit Stahlbetonbalken rostartig ausgesteiften Stahlbetonplatte von 80 Quadratmetern mit umlaufender Frostschürze. Diese Art der Gründungsplatte wird als sogenannte „Panzerplatte“ bezeichnet. Der gewachsene Boden wurde zwei Meter tief ausgekoffert und ein Sandpolster, lagenweise verdichtet, eingebaut.

Setzungen treten ein Jahr nach Neubau ein

Bereits ein Jahr nach der Errichtung des Einfamilienhauses ergab eine Messung eine Schiefstellung des Gebäudes von 13 Zentimetern. Nach 8 Jahren hatte sich die Neigung des Hauses fast verdoppelt, ein Nivellement zeigte, dass die Schieflage bereits auf 24 Zentimeter angewachsen war. Ein Vor-Ort-Termin mit dem URETEK Berater Jens Gnauck weitere drei Jahre später bestätigte die Tendenz aus den vorherigen Messungen: Das Einfamilienhaus war um weitere 1,3 Zentimeter auf inzwischen 25,3 Zentimeter aus dem Lot geraten.

Torfmudden als Ursache für Setzungen

Mit Hilfe von mehreren Baugrundsondierungen wurden im Untergrund vorhandene organische Weichschichten aus Torfmudden als Ursache für die gravierenden Setzungen identifiziert. Dabei hatte die unterschiedliche Dicke dieser Schichten zur Schiefstellung des Einfamilienhauses geführt. Da weitere Setzungen nicht ausgeschlossen werden konnten, wurde als Lösung beschlossen, das Einfamilienhaus mit Hilfe der FloorLift®-Methode von URETEK wieder auf ein einheitliches Niveau anzuheben und durch den Einbau von Element-Pfählen zu stabilisieren.

URETEK-Verfahren und Elementpfähle befreien Haus aus Schieflage

Bei Beginn der Arbeiten zeigten erneute Messungen eine Setzungsdifferenz von 26,4 Zentimetern am Gebäude an. Parallel zum Einbau der Element-Pfähle injizierten die URETEK Mitarbeiter durch 12 Millimeter große Bohrlöcher das Zweikomponenten-Expansionsharz flüssig und unter kontrolliertem Druck durch die Frostschürze direkt unter die Sohlplatte des Einfamilienhauses. Infolge der Volumenvergrößerung der Harze und der dabei entstehenden Expansionskraft von bis zu 2.000 kN/m² hoben die URETEK Mitarbeiter das Gebäude millimeterweise in Schritten von jeweils 10 bis 15 Millimetern wieder auf die Ausgangslage an. Die millimetergenaue Überwachung durch Nivellierlaser während der Injektionsarbeiten und die schnelle Reaktionszeit des Harzes ermöglichten das kontrollierte, langsame Anheben des Hauses und garantierte, dass die Stahlbetonsohlplatte nur geringen Biegebeanspruchungen ausgesetzt war. Knapp 14 Jahre nach der Errichtung steht das Einfamilienhaus in Bordesholm nun wieder im Lot.