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Tiefgründung und Gebäudeanhebung der Stadtbibliothek in Göttingen

Ausgangssituation
Falsche Gebäudegründung
Umfang/Dauer
37 Geotextilelemente, ca. 15 lfm Tiefeninjektionen, 9 Arbeitstage
Einsatzort
37081Göttingen

Fehlende Tiefgründung: falsch geschätzt und schon gesetzt

Der Baugrund sei ausreichend tragfähig, so hieß es vorher, sodass die geplante Stadtbibliothek gebaut wurde. Das Ergebnis: Bereits kurze Zeit später kam es zu einseitigen Setzungen im Zentimeterbereich. Der Baugrund bestand aus mit Bauschutt durchsetzten Auffüllungen und von Torflagen durchzogenem Schwemmlöß. Statt flach zu gründen, wäre eine Tiefgründung angeraten gewesen. URETEK stellte die Bibliothek mit Hilfe der HybridInjection-Methode auf guten Grund und führte eine Gebäudeanhebung durch.

Aufgrund der ehemals vorhandenen Bebauung auf einem Teil der Baufläche ist das Kompressionsverhalten der Wiesenkalke unterschiedlich. Am Neubau haben sich daher schon nach kurzer Zeit Setzungen mit Differenzen von rund 10 Zentimeter eingestellt. Erschwerend kam hinzu, dass auch das angrenzende Nachbargebäude mit in den „Setzungsstrudel“ gezogen wurde. Somit war ein akuter Handlungsbedarf notwendig und das primäre Ziel wurde formuliert: Nachgründung der gesamten Konstruktion zur Verminderung von Setzungen durch Lasteintrag in tragfähigere Schichten.

Nachgründung und Gebäudeanhebung durch URETEK-injektionsverfahren

Zunächst wurden dazu das Düsenstrahlverfahren und Mikropfähle ins Auge gefasst. Jedoch ließen die hohen Kosten (mittelgroße sechsstellige Beträge) die Verantwortlichen nach Alternativen suchen. Bei einem Gespräch mit URETEK brachte der Technische Berater, Dipl.-Ing. (FH) Jens Gnauck das Injektionsverfahren HybridInjection ins Spiel. Die HybridInjection-Methode ist eine Weiterentwicklung der Tiefeninjektionsmethode, bei der Geotextilschläuche über Kernbohrlöcher in den Baugrund eingeführt werden. Anschließend werden diese mit Expansionsharz abgefüllt und entfalten sich im Baugrund säulenartig. Die „Bodenverbesserungssäulen“ werden an den am stärksten von Setzungen betroffenen Bereichen eingebaut und verstärken den anstehenden Baugrund. Zukünftige Setzungen werden damit stark abgeschwächt und Differenzsetzungen vermieden. Die relativ kleinflächige Baustelleneinrichtung und die weitgehende Zerstörungsfreiheit gaben zusammen mit der kurzen Baustellenzeit sowie den deutlich geringeren Kosten den Ausschlag für URETEK.

Tiefeninjektion und Gebäudeanhebung erfolgt mit HybridInjection-methode

Gesagt – getan! Insgesamt wurden 27 Gewebeschläuche eingebaut. Die Gewebeschläuche haben, im mit Expansionsharz gefüllten Zustand, maximal einen Durchmesser von 330 Millimeter. Durch zusätzliche Tiefeninjektionen mit frei expandierenden Harzen konnte das Bibliotheksgebäude sogar um einige Zentimeter angehoben werden. Der gesamte Injektionsprozess der Tiefgründung und Gebäudeanhebung erfolgte computergesteuert und wurde durch Lasermesstechnik überwacht.
Bodenuntersuchung zeigte: Tiefgründung und Anhebung des Gebäudes sind notwendig

Das als Stadtteilbibliothek geplante zweigeschossige Gebäude wurde damals über Streifen- und Einzelfundamente gegründet. Diese wurden konstruktiv mit einer 25 Zentimeter dicken Stahlbetonbodenplatte verbunden. Eine vorherige Baugrunduntersuchung hatte gezeigt, dass erst in der ab circa 9,00 – 10,00 Meter Tiefe liegenden Kiesschicht ein tragfähiger Boden ansteht.