Baugrundverstärkung eines Einfamilienhauses in Wetzlar-Niedergirmes

Ausgangssituation
Hohlräume im Baugrund
Umfang/Dauer
7,50 lfm Fundament, 1 Tag
Einsatzort
35576Wetzlar-Niedergirmes

SETZUNGEN ALS SPÄTFOLGEN DES BERGBAUS?

Der Bergbau hinterlässt viele Spuren – sichtbare wie unsichtbare. Bei den Setzungen eines Wohnhauses in der Nähe von Wetzlar lag die Vermutung nahe, dass die locker gelagerten Auffüllungen unter dem im Auslaufbereich des Bergbaus errichteten Haus ursächlich seien. Eine Kamerabefahrung der Grundleitungen brachte dann die wahre Ursache ans Licht.

Am Wohnhaus (BJ 1981) in Hanglage sind Risse im südwestlichen Kellerbereich festgestellt worden. Erste Risse im Zentimeterbereich waren bereits einige Jahre zuvor verputzt worden. Ein Aufweiten der alten Risse und eine Mehrung der Schäden konnten in den Folgejahren weiter beobachtet werden. Laut vorliegenden Plänen war die Gründung des Massivbaus auf Streifenfundamenten (ca. 50–60 cm Tiefe unter KG-Bodenplatte) erfolgt. Geotechnische Untersuchungen im Schadensbereich erbrachten lehmigsandig-kiesige Auffüllungen in sehr lockerer bis lockerer Lagerungsdichte bis 8,10 m unter Gelände. Unterlagernd folgt steifhalbfester Lehm. Die im Schadensbereich liegende Bohrsondierung zeigt über wiegend körniges Auffüllmaterial, das im Zuge einer Bebauung mit Sofortsetzung reagiert hätte. Somit scheidet der Bergbau als alleinige Schadenursache aus.

SUCHE NACH WEITERER SCHADENSURSACHE

Das horizontale Rissbild mit dem Ablösen der Kellerwand von der Decke deutet eindeutig auf lastunabhängige Sackungen hin. Um eine weitere Schadenursache zu suchen, wurden die Grundleitungen der Abwasser- und Dachentwässerung untersucht. Mittels TV-Kanalkamera wurden Undichtigkeiten und Verwerfungen dokumentiert, aufgrund derer über einen nicht bekannten Zeitraum – zumindest periodisch – Wasser in den Baugrund eindringen konnte. Dadurch kam es im künstlichen Auffüllbereich zur Umlagerung von Feinkornanteilen bzw. zu Aufweichungen und einer Konsistenzverschlechterung der bindigen Anteile im Baugrund. Durch die so entstandenen Hohlräume wurde die Tragfähigkeit herabgesetzt, was zur Sackung der Baukonstruktion führte.

BIEGSAME SPEZIALBOHRER UND -LANZEN

Mit Hilfe der URETEK-DeepInjection®-Methode wurden vorhandene Hohlräume unter den geschädigten Fundamenten im Bereich der geschädigten Hausecke aufgefüllt und der Baugrund wurde bis zur Anhebungsreaktion verbessert. Die Herausforderung für die URETEK-Injektionstechniker bestand darin, die ca. 4,00 m langen Injektionslanzen vom Keller aus bis in eine Tiefe von ca. 8,00 m unter Gelände zu führen. Dies gelang aufgrund der Biegsamkeit der eingesetzten Spezialbohrer und -lanzen. Während der Injektion des Expansionsharzes wurden die Lanzen langsam nach oben gezogen, um eine gleichmäßige Verdichtung der Auffüllungen zu gewährleisten.

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