Jetzt informieren:

Anhebung eines Einfamilienhauses in Hamburg

Umfang/Dauer
3 Arbeitstage
Einsatzort
21079Hamburg

Auf Torf gebaut, in den Sand gesetzt

Beim Neubau eines Einfamilienhauses wurden vom Bauherr bewusst Setzungen in Kauf genommen. Daraus wurde aber schon nach wenigen Jahren eine Schiefstellung von ca. 20 cm.

Das nicht unterkellerte Wohnhaus wurde in Holzständerbauweise mit einer Flachgründung errichtet. Damit sollte eine möglichst geringe Belastung des Baugrundes erreicht werden. Dieser besteht bis ca. 7,00 m Tiefe aus Torf- und Muddeschichten. Vor Baubeginn wurde ein Bodenaustausch vorgenommen (ca. 1,00 m) und eine ca. 0,5 m starke Sandüberhöhung eingebaut, um Anfangssetzungen vorweg zu nehmen.

Höhenunterschied im zweistelligen cm-Bereich

Das Gebäude selbst wurde auf einer bewehrten Stahlbetonsohlplatte mit einer Stärke von 30 cm gegründet. Die 0,80 m tief reichenden Frostschürzen wurden konstruktiv mit der Bodenplatte verbunden. Die Grundfläche der Sohlplatte misst ca. 80 m2. Nur wenige Jahre nach dem Bau des Wohnhauses stellte der Bauherr beim Einbau einer neuen Küchenzeile eine deutliche Schiefstellung fest. Das Gebäude hatte sich vom angrenzenden Altbau weg geneigt. Ein durchgeführtes Nivellement ergab knapp 20 cm Höhenunterschied. Mit Setzungen im cm-Bereich hatte der Bauherr gerechnet, in dieser Größenordnung mit einer deutlichen Schiefstellung allerdings nicht. Aufgrund der biegesteifen Konstruktion waren aber bisher keine Risse entstanden. Doch die Schiefstellung drohte noch weiter zuzunehmen. Also musste gehandelt werden.

Ausgleich der Schiefstellung mit Expansionsharz

Um die Sanierung möglichst zerstörungsfrei durchzuführen, entschloss sich der Bauherr, mit Hilfe der URETEK-FloorLift®-Methode das Gebäude wieder auf ein einheitliches Niveau anzuheben. Klar war dabei, dass nur die Schiefstellung des Gebäudes ausgeglichen werden kann. Eine bleibende absolute Lagestabilisierung wäre nur durch Überbrückung der sehr tief reichenden Weichschichten zu erreichen. Der Einbau entsprechender Pfähle hätte aber unweigerlich die weitgehende Zerstörung des Erdgeschosses zur Folge gehabt. So wurden dann die Injektionen des Expansionsharzes rings um das Gebäude herum durch die Frostschürze direkt unter die Bodenplatte gesetzt. Durch die Stärke von 30 cm konnte das Gebäude flächig angehoben werden. Durch ein einziges Bohrloch im Erdgeschoss wurde der Bereich unterhalb einer Stütze gezielt injiziert, um eine Durchbiegung der Bodenplatte zu verhindern. Der Schaden im Erdgeschoss hielt sich in Grenzen: lediglich eine Bodenfliese musste aufgenommen werden. Schrittweise wurden auch die zwangsläufig entstandenen Hohlräume unter der Bodenplatte von außen her aufgefüllt.

cache is set: 0.03999