Zeitgemäßes Bauen
Bauen im Wasser – genial gelöst
Das neue Wahrzeichen Rotterdams ist eine überdachte Markthalle, die an einem historischen Ort das Einkaufen, Leben und Wohnen kombiniert. Einzigartig ist nicht nur die Form und Größe, sondern vor allem die Gründung in instabilem, feuchtem Boden, 3 Meter unterhalb des Meeresspiegels.
An dem Ort, an dem Rotterdam im Jahr 1270 durch den Bau eines Deiches im Fluss Rotte gegründet wurde, sollte ein wichtiger städtebaulicher Impuls gesetzt werden. Die neue Markthalle, die mehr Menschen ins Stadtzentrum locken sollte, war aber nicht der einzige Neubau in einer Reihe von Großprojekten.
Die Idee zum innovativen Konzept kam den Planern und Projektentwicklern von Provast und MVRDV beim Betrachten einer Reihe von Markthallen in Südeuropa, die oft dunkle, introvertierte Gebäude sind, die wenig Verbindung zum umliegenden Stadtgebiet haben. In Rotterdam sollte ein sehr offenes Gebäude mit gutem Zugang und Erreichbarkeit entstehen. Daraus wurde am Ende ein großer Bogen, 120 Meter lang und 40 Meter breit und hoch. Gleichzeitig sollte das Gebäude wegen der Wetterbedingungen (transparent) geschlossen werden. Dazu wurde eine Seilnetzfassade gewählt, vergleichbar mit einem Tennisschläger, bei dem Stahlkabel als Saiten verwendet werden, zwischen denen Glasscheiben montiert sind.
Gründung der Baukonstruktion
Nachdem die Wände gesichert waren, wurden Pumpen eingebaut, die es ermöglichten, das Gelände bis zu einer Tiefe von 8 Metern auszuheben. Dies gab den Archäologen Raum, die Überreste der ersten Siedlung von Rotterdam aus dem Jahr 1270 zu untersuchen. Um die Arbeiten bis zu einer Tiefe von 15 Metern unter Straßenniveau ausführen zu können und die Wände und Böden nicht zu belasten, wurde die gesamte Baugrube mit Wasser gefüllt. Kräne auf schwimmenden Plattformen gruben das Gelände mithilfe von GPS-Technologie aus, um eine Beschädigung der Betonkonstruktion zu vermeiden. Die letzten Meter wurden mit einem speziell für den Bau der Markthalle entwickelten Schlammkolben ausgegraben, um ein Berühren der Pfähle zu vermeiden.
Nachhaltigkeit
Die Markthalle ist mit dem städtischen Heizsystem und einem Wärmespeichersystem unter dem Gebäude verbunden, das auch eine
Reihe benachbarter Gebäude in der Umgebung heizt und kühlt. Für das Innere der Halle selbst wurden umfangreiche Untersuchungen durchgeführt, um ein angenehmes Innenklima mit extrem geringem Energieverbrauch zu schaffen. Die Halle ist natürlich belüftet, unter der Glasfassade strömt Frischluft ein, steigt zum Dach auf und verlässt die Halle durch Lüftungsschächte im Dach. Innerhalb des Marktes zeigt eine Informationstafel den Energieverbrauch und die CO2-Einsparungen des Gebäudes.
Essen
Die Marktfläche selbst verfügt über 96 Frische-Einheiten. Die Einheiten sind Rücken an Rücken angeordnet und haben eine durchschnittliche Fläche von 20 m². Einige Einheiten haben ein Glasdach, andere eine Dachterrasse, insbesondere Geschäfte mit Restaurant oder Catering-Service haben diese Einheiten gemietet und bieten ihren Kunden die Möglichkeit, mit einer großartigen Aussicht auf die Markthalle zu essen und zu trinken. Dächer anderer Einheiten werden für die städtische Landwirtschaft verwendet, für den Anbau von Kräutern oder Gemüse, was nicht nur hübsch, sondern auch nützlich ist.
Leben
Der hufeisenförmige Bogen der Markthalle besteht aus Wohnungen vom dritten bis zum elften Stock, insgesamt 102 Mietwohnungen und 126 Eigentumswohnungen. Jede Wohnung hat eine Außenterrasse über die gesamte Breite der Einheit und die 24 Penthäuser haben – dank der Bogenform – eine sehr breite Dachterrasse. Die Hälfte der Apartments verfügt über Fenster zum Markt.
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