Baugrund
Wasserverlust lässt Metropolen sinken
Wird zu viel Grundwasser abgepumpt, schrumpft der Boden. Ganze Städte drohen zu versinken. Küstenstädte wie Bangkok oder Jakarta sind durch steigende Meeresspiegel umso stärker von Überflutungen bedroht.
Infolge der Erderwärmung steigt der Meeresspiegel, so dass in Küstengebieten häufiger Überschwemmungen drohen. Diese Formel ist bekannt, doch sie beschreibt die Gefahr für viele Regionen nur unzureichend. In Metropolen wie Bangkok oder Jakarta besteht das größere Problem darin, dass die Städte mitsamt ihrem Untergrund sinken. „Teilweise ist die Landsenkung bis zu zehnmal schneller als der Anstieg des Meeresspiegels, was diese Gebiete besonders verwundbar macht“, sagt Gilles Erkens von der Universität Utrecht und der Forschungsstelle „Deltares“, die die sinkenden Städte untersucht.
Forscher unterscheiden zwischen zwei verschiedenen Ursachen. „Es gibt natürliche Landsenkungen, die auf tektonische Vorgänge, Auflast durch Sedimente oder sogar Auswirkungen der letzten Eiszeit zurückgehen“, sagt Erkens. „Wesentlich größer ist aber der Einfluss des Menschen, indem er massiv Grundwasser abpumpt.“ Weil das Wasser fehlt und gleichzeitig die oberen Schichten mit ihrem Gewicht drücken, werden die unzähligen Körnchen im Untergrund dichter zusammengedrängt. So benötigen sie weniger Platz – der Boden sinkt ein.
Häuser geraten in Schieflage, Straßen brechen auf
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Die Folge: Der wichtige Wasserkanal kann weniger aufnehmen
Doch gerade in anhaltenden und folgenden Trockenjahren, wie von 2012 bis 2016, ist der Wasserbedarf entsprechend hoch. Teile des Tals sanken mancherorts bis zu 60 Zentimeter im Jahr und der Grundwasserspiegel um mehr als drei Meter. Das führt zu einer erneuten Abwärtsbewegung der Oberfläche, vor allem im Süden von San Joaquin Valley. Zwar droht keine Überschwemmung wie an der Küste, doch die Subsidenz, wie Geoforscher das Absinken großer Gebiete nennen, schadet der Infrastruktur. Zum Beispiel dem Delta-Mendota-Kanal, der Wasser vom Norden in den Süden bringt. „Durch die Landsenkung reicht das Wasser im Kanal näher an die Oberkante“, sagt Sneed. „Insgesamt können er und andere Aquädukte weniger Wasser aufnehmen und transportieren.“ Das erhöht wiederum den Wassermangel, den man durch zusätzliche Brunnen ausgleichen will. Es entsteht ein Teufelskreis.
Berlin hat diese Probleme nicht – im Gegenteil
Selbst wenn es gelingt, die Grundwasserförderung deutlich zu verringern, kann das Folgen haben, wie das Beispiel Berlins zeigt. Weil der Bedarf zurückgeht, fördern die Pumpen der Wasserwerke heute deutlich weniger als noch vor 25 Jahren. Dadurch steigt das Grundwasser stellenweise bis auf sein ursprüngliches Niveau – und flutet Keller von Häusern, die in den „trockenen Jahren“ errichtet wurden. Das macht vor allem Grundstücksbesitzern im Gebiet des Berliner Urstromtals zu schaffen. Das Grundwasser ist allerdings in so großer Menge vorhanden, dass Berlin als einzige deutsche Millionenstadt ihren Trinkwasserbedarf aus Grundwasser decken kann. Im Gegensatz zu umliegenden Regionen in Brandenburg musste auch in den vergangenen Hitzesommern die Entnahme nicht reguliert werden – bisher.
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